Gesundheitstipps

Hier lesen Sie informative Artikel rund um die Gesundheit, für Sie verfasst von ApothekerIn Gerd und Annette Cremer.

Unterzuckerung: Anzeichen bewusst erkennen

Viele Diabetiker kennen das Problem einer Unterzuckerung, auch Hypoglykämie genannt. Meist gilt: je besser der Blutzucker eingestellt ist, desto unwahrscheinlicher ist, dass eine Unterzuckerung mehrmals pro Woche auftritt. Doch insbesondere bei vielen leichten Unterzuckerungen können sich die Merkmale, die eine Unterzuckerung ankündigen, verändern. Die Symptome wie Schwitzen, Herzklopfen, Nervosität, Zittern, Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsprobleme, Sehschwierigkeiten und emotionale Veränderungen werden dann schwächer oder treten später, eventuell in veränderter Form auf, weil sich der Körper an die niedrigen Blutzuckerwerte gewöhnt. Den Blutzuckerspiegel allein aus diesem Grund über den Normwerten zu halten, ist jedoch keine Lösung, weil sich so das Risiko für Folgeerkrankungen eines Diabetes erhöht.

Auch empfinden viele Diabetiker das Ausbleiben der Warnsignale als weitaus bedrohlicher als deren Auftreten, da sie ja eine wichtige Alarmfunktion inne haben.
Wird eine noch leichte Unterzuckerung nicht erkannt, können sich daraus schnell gefährliche Situationen entwickeln, beispielsweise beim Autofahren. Schwere Hypoglykämien können bis zur Bewusstlosigkeit oder zum Koma führen.

Diabetiker fragen sich natürlich, ob neben den möglichen Gefahrensituationen auch eine Gefahr für Körper und Gehirn besteht. Experten gehen davon aus, dass leichte Hypoglykämien keine schädlichen Auswirkungen haben, bei vielen schweren Unterzuckerungen könnte jedoch die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigt werden.

Diabetiker sollten deshalb, sobald sie irgendwelche Anzeichen feststellen, zunächst etwas essen oder trinken, was den Blutzuckerspiegel schnell anhebt (Traubenzucker, Gummibärchen, gezuckerte Limonaden). Erst dann sollte gemessen werden. Um sich selbst zu sensibilisieren und Warnsignale früher wahrzunehmen, sollten sie die regelmäßig angebotenen Schulungen bei ihrem Arzt wahrnehmen. Wer gern im Internet surft, findet auch in dem unabhängigen Diabetes-Portal www.diabsite.de viele Informationen. Auch Ihr Apotheker misst den Blutzucker, hat Traubenzucker für Sie bereit und informiert Sie gern, wenn Sie Fragen haben.

Gewichtszunahme durch Mitternachtsmahl?

Landläufig hält sich die Meinung, dass man Gefahr läuft Gewicht zuzulegen, wenn man häufig spät abends warm isst. Experten sind sich in dieser Frage jedoch nicht ganz einig. Ausschlaggebend sei nur, was man zu sich nehme, nicht wann, argumentieren die einen. Das Gegenargument lautet: Wenn man direkt nach einem opulenten Mal schlafen geht, hat der Körper keine Zeit, die Kalorien zu verbrennen. Sie werden dann im Schlaf in Fett umgewandelt.

Eine neue Studie hat sich mit dem nachtbetonten Lebensstil beschäftigt und kam zu dem Ergebnis, dass Menschen, die mit einem verschobenen Biorhythmus leben, häufig mehr als 50 Prozent der Gesamtkalorien zwischen 19 und 1.30 Uhr zu sich nehmen. Anstelle einer großen Mahlzeit verteilen sich mehrere kleine über den Abend und die Nacht. Dies läuft allerdings dem natürlichen Hungerrhythmus zuwider, der normalerweise vier bis fünf Stunden beträgt und nachts für sieben bis acht Stunden unterbrochen wird. Dass wir in der Nacht keinen Hunger verspüren, hängt vermutlich mit dem Hormon Leptin zusammen. Der Leptinspiegel im Blut ist nachts sehr hoch und signalisiert dem Körper dadurch Sättigung. Das funktioniert jedoch nicht bei Menschen, die nachts nicht schlafen, sei es aus beruflichen oder anderen Gründen. Sie verspüren ein Hungergefühl; ihre Verdauung läuft jedoch nicht auf vollen Touren, da sie von einer „inneren Uhr“ gesteuert wird.

Weil bei Menschen, deren aktive Zeit in die Nacht verschoben ist, der Leptinspiegel weniger ansteigt, essen sie häufig zu viel, wodurch eine Gewichtszunahme wahrscheinlich ist. Wie die Forscher herausfanden, stellt regelmäßiges nächtliches Essen auch ein Risiko für eine spätere Diabetes-Erkrankung dar. Zudem ist die Gefahr, an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken, um das 1,5fache erhöht.

Wer nachts wach bleiben muss, sollte also möglichst leichte Kost (etwa in Form von Suppe, Obst und Gemüse) zu sich nehmen. Da die weithin üblichen drei Mahlzeiten am Tag der Chronobiologie des Organismus entspricht, sollte man als gesunder Mensch auch bei verschobenem Rhythmus darauf achten, lediglich drei Hauptmalzeiten zu sich zu nehmen – nicht mehr und nicht weniger.

Dieses Jahr besonders viele Birkenpollen?

Birkenpollen gehören zu den Hauptauslösern von Heuschnupfen oder allergischem Asthma. Der Höhepunkt des Birkenpollenflugs liegt im April. Menschen mit einer Allergie auf Birkenpollen kleiden dann unter Niesen, Augenjucken oder gar Atemnot. Moderne antiallergische Medikamente können die Beschwerden wirksam lindern. Außerdem sollten Allergiker bei einem Allergologen testen lassen, ob für Sie eine spezifische Immuntherapie (SIT, Hyposensibilisierung) infrage kommt. 

Das Jahr 2008 ist wieder ein Birken-Mastjahr. Da der Baum in der Regel jedes zweite Jahr besonders viele Pollen ausschüttet, wird in diesem Jahr wieder eine starke Belastung mit Birkenpollen erwartet. Allerdings hängt der Pollenflug auch in starkem Maße von den Witterungsverhältnissen wie Temperatur, Wind und Niederschlag, auch in der Vorblühphase ab. Und diese hat bereits im Januar eingesetzt! In den Birken-Mastjahren leiden besonders viele Patienten unter einer Allergie auf Birkenpollen.

Wer im Frühling starke Atembeschwerden hat, sollte deshalb daran denken, dass die Ursache eine Pollenallergie sein kann. Nicht immer ist ein grippaler Infekt Schuld an Schnupfen, Niesen und Husten im Frühling! Die typischen Symptome für einen Heuschnupfen sind eine geschwollene Nasenschleimhaut, gesteigerte Schleimproduktion und ein starker Juckreiz. Die allergische Entzündung kann sich auf die Bronchien ausdehnen und zu allergischem Asthma mit pfeifender Atmung, Luftnot und Husten führen. Heuschnupfen sollte auf jeden Fall rechtzeitig behandelt werden, um das Asthmarisiko zu senken und um zu verhindern, dass die Erkrankung chronisch wird. Mit einer gezielten allergischen Therapie bekommt man Allergien gut in den Griff und verhindert, dass sie mit den Jahren immer schlimmer werden.

Eine effektive Allergietherapie bekämpft nicht nur die Heuschnupfensymptome, sondern verbessert auch die Leistungsfähigkeit und den nächtlichen Schlaf. Bei der medikamentösen Behandlung haben sich kortisonhaltige Nasensprays und Antihistaminika für die tägliche Einnahme sehr bewährt. Gern wird Ihr Apotheker Sie fachkundig beraten.

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