Damit die Haut nicht brennt

18. April 2006

Der Sonnenbrand ist eine akute Entzündung der Haut, die durch den UV-Anteil des Sonnenlichts bei einer übermäßigen Sonnenbestrahlung ausgelöst wird ...

Damit die Haut nicht brennt: Tipps gegen Sonnenbrand

Der Sonnenbrand ist eine akute Entzündung der Haut, die durch den UV-Anteil des Sonnenlichts bei einer übermäßigen Sonnenbestrahlung ausgelöst wird. Etwa sechs bis acht Stunden nach der Sonneneinwirkung treten Schmerzen und Juckreiz auf.

Bei einem großflächigen Sonnenbrand können Blasenbildung und Fieber hinzutreten.

Die Hautrötung bleibt auf die belichteten Stellen begrenzt. Der Höhepunkt der Erkrankung ist nach 24 bis 36 Stunden erreicht. Nach ein bis zwei Wochen ist der Sonnenbrand ausgeheilt. Zurück bleibt die Verdickung (Lichtschwiele) und Bräunung der Haut. Der Sonnenbrand gehört zu den Licht- oder Photodermatosen.

Man versteht darunter Veränderungen der Haut infolge der Einwirkung von Licht, bei der Sonne von UV-Licht.

Hierzu zählen die physiologischen Folgen des Lichts, wie z.B. Bräunung und Reparaturmechanismen, aber auch krankhafte Hautreaktionen und Hautschäden durch Licht. Beim Sonnenbrand spricht man auch von einer akuten Lichtdermatose. Er stellt eine lichtbedingte Verletzung der Haut dar, die durch eine Überdosierung von UV-Licht bei normaler Lichtempfindlichkeit verursacht wird.

Die Haut verfügt über eine Reihe von Schutz- und Reparaturmechanismen, die einer Schädigung durch UV-Licht entgegenwirken sollen.

Ein Sonnenbrand entsteht, wenn die Pigmentierung der Haut, die normalerweise die UV-A-Strahlung und die energiereichere UV-B-Strahlung abblocken soll, nicht ausreicht.

Dies ist besonders bei sehr hellhäutigen Menschen oder bei intensiver Sonneneinstrahlung der Fall. Die Strahlen dringen dann in tiefere Hautschichten vor, wo sie die Ausschüttung von bestimmten körpereigenen Botenstoffen, den Prostaglandinen, bewirken.

Diese sind so genannte Entzündungsmediatoren, sie sind an der Entstehung von Entzündungen, Fieber und Schmerzen beteiligt und lösen im Falle des Sonnenbrandes Entzündungsreaktionen mit den typischen Symptomen Rötung, Schwellung, Brennen und Hautjucken aus.

Am häufigsten entsteht ein Sonnenbrand durch zu lange Sonnenbäder, durch ein Unterschätzen der Sonneneinstrahlung durch Reflektion z.B. an bewölkten Tagen bzw. im Schatten und durch die Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit zu niedrigem Lichtschutzfaktor.

Rötung, Schwellung oder gar Blasenbildung in Kombination mit Brennen und Jucken auf den sonnenbestrahlten Hautpartien sind Anzeichen für einen Sonnenbrand. Diese Symptome treten etwa 3 bis 24 Stunden nach dem Sonnenbaden auf. Da die Hautschädigung von einer leichten Entzündung bis zur schweren Verbrennung reichen kann, sind auch die Symptome dementsprechend unterschiedlich stark ausgeprägt. Im Allgemeinen unterscheidet man drei Schweregrade:
Grad 1 - schmerzhafte Rötung, Schwellung
Grad 2 - Blasenbildung
Grad 3 - weitgehende Zerstörung und Ablösung der Oberhaut

Ein Arzt sollte in jedem Falle aufgesucht werden, wenn kleine Kinder betroffen sind oder wenn zusätzlich Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, hohes Fieber und Schüttelfrost vorhanden sind, die zusätzlich auf einen Hitzschlag oder Sonnenstich hinweisen.

Erste Regel ist: Keine weitere Sonnenbestrahlung! Meiden Sie die Sonne, bis zur vollständigen Abheilung. Kühlende Umschläge wirken lindernd. Außerdem sollte reichlich getrunken werden, da der Körper - wie bei jeder Verbrennung- einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf hat.

Ein leichter Sonnenbrand kann gut mit kühlenden Gelen oder Lotionen aus der Apotheke behandelt werden. Zur Wundheilung im Anschluss an die akute Phase tragen feuchtigkeitsspendende und dexpathenolhaltige Lotionen (Apotheke) bei. Eventuell müssen zusätzlich Schmerzmittel eingesetzt werden.

Bei stärkeren Verbrennungen mit Blasenbildung sowie bei Allgemeinsymptomatik wie Kopfschmerzen, Fieber oder Schüttelfrost sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Er verordnet dann eventuell Cortison, um die Entzündung zu hemmen oder behandelt den Sonnenbrand systematisch innerlich mit stärkeren Mitteln wie z.B. Diclofenac.

Sonnenbrände sind ein begünstigender Faktor für die Entstehung von Hauttumoren und zwar auch dann, wenn sie bereits Jahrzehnte zurückliegen. So sollen häufige Sonnenbrände in der Kindheit ein Risikofaktor für die spätere Entstehung von Hautkrebs sein. Besonders gefährdet sind sehr hellhäutige Menschen und Kinder . Daher müssen insbesondere hellhäutige Personen und alle Personen mit sonnenentwöhnter Haut auf ausreichenden Sonnenschutz achten. Direkte Sonneneinstrahlung und die Mittagssonne sind zu vermeiden. Aber auch im Schatten kommt es durch Reflektionen zur UV-Bestrahlung der Haut!

Benutzt werden sollten Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Lichtschutzfaktor, zu Beginn der Sonnensaison am besten mit einem Sunblocker (Lichtschutzfaktor 20) einreiben. Sonnenschutzmittel sollte man immer etwa eine halbe Stunde vor Beginn der Sonnenbestrahlung auftragen und auch bei Sprays gut einmassieren, nach dem Baden den Sonnenschutz erneut auftragen, auch wenn dieser als wasserfest deklariert ist. Aber auch, wer einen Sonnenschutz benutzt, sollte nicht vergessen: Die ungeschützte Haut kann sich je nach Hauttyp nur etwa 10-20 Minuten selbst schützen. Das Sonnenbaden mit Sonnenschutzlotionen erhöht diese Zeit entsprechend des angegebenen Faktors nur einmalig. Wird ein Lichtschutzfaktor 20 benutzt, kann man bei gleicher Wirkung 20 mal so lange in der Sonne liegen wie ohne den Schutz, so die offizielle Definition. Das wären dann bei empfindlichen Menschen (10 mal 20 Minuten ohne Schutz) etwas über drei Stunden.

Die sonnenschutzaktiven Substanzen in den zugelassenen Sonnenschutzmitteln lassen sich in physikalische und chemische Substanzen unterteilen. Die chemischen Substanzen absorbieren dabei das UV-Licht und wandeln es über so genannte angeregte Zustände bestimmter Molekülgruppen in unschädliche Strahlung mit anderen Frequenzen, wie sichtbares Licht oder Wärmestrahlung, um. Dabei ist zu berücksichtigen, dass einige dieser etwa 20 verschiedenen in der EU zugelassenen Substanzen nicht lichtstabil sind. Sie zersetzen sich also unter dem Einfluss des Sonnenlicht nach 5-10 Stunden, was erstens zu einer Verringerung des Sonnenschutzes führt und zweitens zu Allergie auslösenden Abbauprodukten führen kann. Als chemische UV-Absorber werden u.a. Benzophenone oder Cinnamate verwendet. Die physikalischen UV-Absorber dagegen reflektieren oder streuen das auffallende UV-Licht. Sie sind chemisch stabil und bestehen aus kleinsten speziell aufbereiteten Teilchen von Titandioxid oder auch Zinkoxid.

Besonderer Schutz ist bei Kindern unter fünf Jahren notwendig. Sie sollten auf keinen Fall der Mittagssonne ausgesetzt werden und sich auch die übrige Zeit nie unbekleidet in der Sonne aufhalten. Auf Sonnenschutzmittel mit einem hohen Sonnenschutzfaktor, Schutz der Augen vor der Sonne und eine Kopfbedeckung ist zu achten. Säuglinge gehören überhaupt nicht in die Sonne!

Normalerweise ist der Sonnenbrand nach ein bis zwei Wochen ausgeheilt. Es können "Lichtschwielen" (Verdickungen der Haut) und Bräunung, aber auch depigmentierte Narben bei schweren Sonnenbränden zurückbleiben. Häufiger Sonnenbrand erhöht das Hautkrebsrisiko (Melanom, Basaliom) und beschleunigt die Hautalterung, was sich durch äußere Zeichen wie Faltenbildung und Altersflecken bemerkbar macht. Man kann plakativ feststellen: Die Haut vergisst nichts!

Zu guter letzt sollte auch noch auf die Gefahr eingegangen werden, die Sonnenbaden nach einer Medikamenteneinnahme verursachen kann. Zu wenige Patienten werden darauf aufmerksam gemacht, dass sie Medikamente einnehmen, die ihre Haut lichtempfindlicher machen. Mehrere Wirksubstanzen, die besonders häufig älteren Menschen verordnet werden, können die Haut lichtempfindlich machen. Darunter ist das millionenfach verordnete entwässernde Hydrochlorothiazid zur Therapie von hohem Blutdruck.

Auch die Schmerzmittel und Entzündungshemmer Ibuprofen und Diclofenac, die sehr häufig gegen Rückenbeschwerden verordnet werden, zählen dazu. Ebenso sind Lipidsenker zur Behandlung von hohen Blutfettwerten, Antibiotika wie Gyrasehemmer und Tetracycline und unter den Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen Amiodaron und Chinidin problematisch.

Bei der Aufklärung sollte besonders an die vielen älteren Menschen gedacht werden, die im Süden überwintern, oft fit gehalten durch Medikamente, welche die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Dies könnte mit ein Grund für die zunehmende Zahl von Lichterkrankungen der Haut sein. Unempfindliche bekommen nur früher einen Sonnenbrand, allergiegefährdete Menschen drohen vermehrt "Mallorca-Akne" und schwere Lichtdermatosen.

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